Melanie Lengowski

Wo Holz, Farbe und Sonne zusammenfinden

Künstlerin
Melanie Lengowski
Ausstellung
26. & 27. September 2026 - Annaberger Straße 16
Stil
Assemblage-Kunst
Ausstellung

Manche Künstlerinnen malen ein Bild. Melanie Lengowski baut eines.

In ihrem Atelier in der KulturWeberei Zwickau, das sie sich mit drei weiteren Künstlerinnen teilt – gemeinsam bilden sie die „Künstlergruppe Viertel“ –, entstehen keine klassischen Gemälde, sondern Assemblagen: Acrylfarbe trifft auf Holz und Naturfasern wie Jute, verfeinert mit Gold- und Silberakzenten.

Das Ergebnis sind reliefartige Werke, die aus der Wand heraustreten, die man fast anfassen möchte. Kein Zufall, dass ihre Bilder je nach Lichteinfall und Blickwinkel jedes Mal ein bisschen anders wirken.

Künstlerin

Von der Ergotherapie zur eigenen Bildsprache

Kreativ war Melanie Lengowski schon als Kind. Gemalt hat sie immer, ganz selbstverständlich. Beruflich schlug sie zunächst einen anderen Weg ein: Sie wurde Ergotherapeutin. Eine Entscheidung, die – rückblickend betrachtet – ihre Kunst bis heute prägt. „Die ergotherapeutische Tätigkeit stärkt mein Gespür für Balance, Wahrnehmung und menschliche Bedürfnisse – zentrale Aspekte meiner Kunst“, sagt sie.

Der eigentliche Wendepunkt kam 2016. Mehrere Jahre lang bildete sie sich in Techniken der Acrylmalerei fort, probierte, verwarf, probierte wieder. „Das war für mich ein Wendepunkt, weil ich dadurch den Mut entwickelt habe, meiner eigenen Kreativität mehr Raum zu geben und mich künstlerisch auszuprobieren.“ Aus diesem Prozess wuchs nach und nach ihre eigene Handschrift: die Assemblage-Form, mit der sie heute unverwechselbar arbeitet.

Stil

Intuition statt Konzept: „ein Moment, in dem alles in Harmonie steht."

Wer erwartet, dass vor jedem Werk ein fertiger Plan steht, liegt bei Melanie Lengowski falsch. Sie beginnt oft mit einer leeren Leinwand – ohne festes Konzept. Die Form entsteht im Tun, im Zusammenspiel von Material, Farbe und Bewegung. Gearbeitet wird mit Spachtel und den bloßen Händen, ganz direkt auf der Leinwand. Wann ein Bild fertig ist? Das entscheidet sie aus dem Bauch heraus:„ein Moment, in dem alles in Harmonie steht.“

Ihre Inspiration findet sie in natürlichen Strukturen, in Architektur, in Energieflüssen – und ganz konkret im Material selbst: Das Holz gibt oft den ersten Impuls, darauf baut sie ihre Farbverläufe auf. Sonnenformen, Strahlkraft, kosmische Motive ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Werk.

International unterwegs, regional verwurzelt

Was möchte sie mit ihrer Kunst erreichen? „Balance sichtbar machen – das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Umgebung.“ Es geht ihr um das Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung, zwischen Struktur und Intuition. Ihre Arbeiten, sagt sie, sollen Räume nicht nur gestalten, sondern spürbar verändern: eine Atmosphäre schaffen, die inspiriert und ausgleicht.

Besonders am Herzen liegt ihr die „Celestial“-Serie mit ihren Sonnenformen. „Sie bringen Licht, Wärme und eine besondere Harmonie in den Raum, etwas, das man spürt, denke ich.“

Über 40 Ausstellungen im In- und Ausland stehen mittlerweile auf ihrer Liste – von Mailand über Wien und Basel bis Miami, von Baden-Baden bis Tirol. Und doch bleibt die Verbindung zur Region.
Ihre Wurzeln liegen im sächsischen Kunstbetrieb, von dem aus sie in die Welt hinausgewachsen ist.

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